Adventskalender Tag #1

Irgendwo irgendwann mit irgendwem in Deutschland. Eine Szene in einer Raucherpause nach einem Vortrag bei einer Firma. Ich komme zufällig vorbei. Leute unterhalten sich. Thema: Geschlechtergerechtigkeit.

„Das brauchen wir doch nicht mehr das Thema, das ist längst überholt!“

„Ich als Mann möchte nicht immer der Buhmann sein!“

„Ich als Frau fühle mich überhaupt nicht benachteiligt!“

Frauen sagen, dass sie lieber mit Männern zusammen arbeiten und dass Frauen ja auch total fies sein können: „Ich bin ja nicht so eine Zicke.“

Männer ärgern sich hilflos vor sich hin: „Ich werde bei dem Thema hier pauschal zum Unterdrücker abgestempelt.“

Klischees greifen Raum, die niemand haben will, und die doch durch eine offene Tür hereingekommen sind.

Und dann geht die Tür zu. „Dieses Thema wollen wir hier nicht.“

Gibt es einen Weg, heute ein Türchen dafür zu öffnen? Dafür, dass in der Bibel steht, dass es Männer und Frauen gibt. Dass es Menschen gibt, die nicht frei sind und die unterdrückt werden. Dass es verschiedene Herkunft gibt. Dass dies die Realität des Lebens ist. Aber dass wir in dieser Diversität eins sein sollen in der Liebe Gottes? Dass sich die Unterschiede und Ungleichheiten auflösen sollen vor Gott? (Gal 3,28)

Gibt es einen Weg, die Tür im Herzen dafür zu öffnen, dass es uns nicht immer gelingt? Aber dass wir diesen Auftrag Gottes ernst nehmen und immer wieder neu versuchen, zu erfüllen? Wer soll sich dem denn stellen, wenn nicht wir in unserem eigenen Leben?

Es gibt Parteien in Deutschland, in deren Programm auf der biologischen Unterschiedlichkeit von Geschlechtern bestanden wird und daraus soziale Ordnungen abgeleitet werden. In diesen Programmen wird Andersartigkeit in sexueller Orientierung und Gesundheit hervorgehoben und als auszuschließen angestrebt. Diese Parteien werden von Menschen gewählt. Auch das ist Realität des Lebens.

Ich glaube, dass sich Hintertüren für solche Gedanken öffnen können, wenn die Vordertür verschlossen ist.