Adventskalender Tag #4

Als die Pastorin aus dem Trauercafé zu Besuch kommt, ist es voll im Gemeinderaum. Es ist still, während sie erzählt. Von ihrer Gruppe mit den Eltern, die ein Kind verloren haben. Von stillen Geburten. Und von den Trauerfeiern für Sternenkinder.

Ein stummes Nicken, ein Seufzen, ein kaum merkbares Rutschen auf dem Stuhl. Stille Bewegungen gehen durch den Raum. Die Ahnung von erfahrenem Leid.

Die Pastorin erzählt von Menschen, die um ihre Partnerinnen und Partner trauern. Das Wissen darum, wie anders das Leben wird, wir hohl der Rhythmus, wie grau die Farben, wenn ein Mensch nicht mehr da ist, schwingt im Raum. Unausgesprochen geteilt. Zum Greifen nah.

Dann erzählt sie davon, dass manche Menschen im Sterben ein Licht sehen.

Jesus, der als ein Kind auf die Welt gekommen ist, hat als Erwachsener einmal gesagt, dass er das Licht ist.

„Gottes Licht ist ganz anders als jedes Licht, das wir kennen“, sagt die Kollegin. „Es ist vielleicht auch das Licht, mit dem er die Menschen empfängt, die er liebt.“

Als die Leute wieder nach Hause gehen, nehmen sich einige still und unauffällig die Flyer des Trauercafés mit nach Hause.