Tag #19 – Von Gott reden ist unmöglich. Nicht.

Ein berühmter Theologe hat mal gesagt, dass es unmöglich ist, über Gott zu reden. Weil Gott so unvorstellbar anders ist, dass es den menschlichen Horizont sprengt.

Ich glaube, dass Rudolf Bultmann nicht an Weihnachten gedacht hat, als er darüber geschrieben hat, welchen Sinn es eigentlich hat, von Gott zu reden.

Ich glaube, dass Gott es uns leicht gemacht hat, über ihn zu reden. Er hat es einfach umgedreht: Gott ist Mensch geworden, um von uns reden zu können.

Es ist unmöglich vom Menschen zu reden, außerhalb der eigenen Existenz. Ohne Erfahrungswerte, ohne Berührungen mit dem, was menschlich ist, ist es unmöglich etwas über Menschen zu sagen. Alles, was ohne die Beziehung zum Menschen gesagt wird, bleibt leer. Ohne die existenzielle Nähe bleibt nur noch die Sünde im Blick auf das menschliche Leben.

Gott ist als Mensch ins Leben gekommen, um aus dieser Perspektive sehen zu können. Ein Reden ohne diesen Blickwinkel, wäre nur ein Reden über ihn selbst.

Wenn es stimmt, dass wir von Gott eigentlich nur aus dem Glauben heraus reden können, wie der große Theologennname sagt, dann redet Gott seit Weihnachten aus dem Glauben an uns.

Weil Gott an uns glaubt, wird er Mensch. Weil er an uns glaubt, überwindet er selbst diese Lücke zwischen dem Erkennen der Sünde und dem gnädigem Blick auf den Menschen. Denn da ist noch sehr viel mehr in einem Leben als nur die Fehler, die dazu gehören.

Weil Gott an uns glaubt, will er nicht nur ex cathedra im Himmel über und von uns reden. Er will mit uns reden.

Darum wird es Weihnachten.