Tür#10 Ohne Gottvertrauen geht es nicht

Es gibt Menschen, die verlieren niemals ihr Vertrauen. Niemals den Glauben daran, dass sie auch im Leid getragen sind.

Ein Mensch, der so war, hat mich geprägt. Sein Name ist Paul Gerhardt. Er lebte im 17. Jahrhundert in einer Krisenzeit. Er hat die Folgen eines Krieges erlebt, der 30 Jahre dauerte. Er kannte Hungersnöte, Zerstörung und Verwüstung. Auch in seiner Zeit wütete eine Pandemie: Die Pest. Dazu starben Tausende an anderen Krankheiten, gegen die die Menschheit ohnmächtig war.

Paul Gerhardt hatte fünf Kinder. Vier davon starben als Säuglinge. Auch seine Frau starb früh.

Niemals verlor er sein Gottvertrauen. Er schrieb wunderschöne Liedtexte, die geprägt waren von Herzenswärme und Hoffnung. Egal, wie groß die Krisen in seinem Leben waren: Er wusste, dass Gott ihm beisteht – auch im Leid.

Im Jahr 1653 erschien erstmals das Adventslied „Wie soll ich dich empfangen“. Die 4. Strophe ist Lebenserfahrung: Auch, wenn du am Boden bist, ist da jemand, der dich wieder hochzieht.:

Ich lag in schweren Banden, / du kommst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden, / du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehren / und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht lässt verzehren, / wie irdisch Reichtum tut.