Tür #14 Liebe

Alles in deinem Leben wird leichter, wenn du liebst. Warum ist es dann manchmal so schwer im Leben?

Wenn du liebst, musst du deine Fassaden, Mauern und Masken ablegen. Erst in dem Moment, wo du dich mit all deinen Schwächen zeigst, bist du du selbst. Ein künstliches Ich kann einem Gegenüber nicht echt begegnen. Das kann nur das wahre, nackte, schutzlose Ich. Und ein anderer Mensch kann dich nur wahrhaft lieben, wenn er dein Ich mit allen Stärken und Schwächen kennt. Wenn ein anderer Mensch dich kennt.

Wie jetzt aber alle Schutzschilde sinken lassen, um pur dazustehen, mitten in einer Krise? Braucht man da nicht einen extra dicken Panzer?

Ja und nein. Es ist wichtig, ein gutes Nervenkostüm zu haben, um manches abprallen zu lassen. Aber auch da ist es genauso wichtig, sich nichts vorzumachen: Niemand ist unzerstörbar und superstark. Nur, wenn du weißt, wo du verletzlich bist – und dass du es bist – kannst du auch für dich sorgen. Und manchmal auch deine Wunden versorgen.

Liebe ist das stärkste Schutzschild. Gerade, wenn du von einer Krise angefochten bist.

Um lieben zu können und dich lieben zu lassen, musst du deine Schilde senken. Und du musst dich selbst so akzeptieren und lieben, wie du bist: Unperfekt. Nur mit diesem wahren Selbst kannst wiederum auch du nur jemand anderes lieben. Oder überhaupt lieben.

Man kann sich auch in das Leben verlieben. Das Glücksgefühl über einen Moment oder die Dankbarkeit für das, was man hat, fühlt sich genauso an wie Verliebtsein. Auch das Leben hat Schwächen und ist unperfekt. Das macht es ja so attraktiv.

Wenn du selbst lieben kannst, dann wird dich die Liebe finden. Liebe wird immer mehr, wenn du sie verschenkst. Nie weniger.

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. (1 Kor 13,1)