Tür#21 Schutzschild

Wenn du dich in einer Krise in deinem Leben befindest, hast du vermutlich ein nicht so starkes Nervenkostüm. Wenn bei anderen auch die Nerven blank liegen oder einfach nur die ganz normalen Alltagskonflikte dazukommen, dann kann dir das unter Umständen den Rest geben. Natürlich gibt es auch immer wieder ätzende (= toxische) Menschen, die ein Interesse daran haben, dich runterzumachen und kleinzuhalten. Selig bist du, wenn dein Umfeld frei davon ist.

Wie auch immer es in deinem Leben gerade aussieht: Der allgemeine Aggressionspegel steigt. Das ist ja auch kein Wunder: Bei so viel Unsicherheit, Unfreiheit und Ängsten im Alltag sitzen die Waffen gerade ziemlich locker. Und ehe du dich versiehst, gerätst du auch schon in eine Pöbelei und kassierst dir einen Giftpfeil.

Es gibt einen Weg, wie du dich schützen kannst. Du kannst dir in solchen Situationen ein Schutzschild aufbauen. Es ist eine Technik, die du üben kannst. Vielleicht wirst du am Anfang ein paar Versuche brauchen. Die ersten Male musst du es wahrscheinlich sehr bewusst machen, und es kostet noch Disziplin. Aber je öfter du es tust, desto mehr wird es dir in Fleisch und Blut übergehen.

Folgendes musst du dafür tun:

1. Sorge für einen aufrechten Stand oder eine aufrechte Sitzposition: Schultern runter, Brust raus, Kreuz gerade. Ähnlichkeiten mit dem Film „Dirty Dancing“ sind nicht beabsichtigt, aber wenn du so alt bist, dass du ihn kennst, kannst du dir das Training vor dem Spiegel dafür so ungefähr vorstellen.

2. Greife auf deine Ressourcen zu: Erinnere dich daran, wo du schon einmal in einer Situation, in der du angeschossen wurdest, cool geblieben bist und die Nerven behalten hast. Denk dran: Du hast es einmal getan. Du kannst es wieder tun.

3. Stelle dir ein Schutzschild aus Glas vor. Es kann aussehen, wie ein COVID-Schutz an der Kasse um die Kassiererin herum oder wie auch immer es für dich passt. Du kannst alles sehen und hören. Aber nichts kann dich treffen. Dein Körper, dein Geist und deine Seele sind geschützt.

4. Lege dir einen Satz zurecht, den du in diesen Momenten im Geist sagst. Bei mir ist es „Ist nicht mein Problem.“ Es kann aber auch sowas sein wie: „Das lasse ich nicht an mich ran / das lasse ich bei dir“. In den letzten Jahren tendiere ich bei manchen Leuten auch immer mehr zu „Netter Versuch“. Aber das ist das Ergebnis jahrelangen Trainings. Was auch immer für dich passt: Übe den Satz in Gedanken ein oder schreibe ihn dir auf einen Zettel, den du in deinem Portemonnaie aufbewahrst. Dein Gehirn wird sich daran erinnern, auch wenn du ihn nicht herausholst.

Wenn du dir dieses Schutzschild aufgebaut hast, dann hast du auch in Momenten, wo etwas dich akut angreift, Spielraum. Draußen kann es giftig sein, aggressiv oder stressig: Du hast dir erst einmal den Abstand verschafft, um zu sortieren. Wenn du die Situation bewertet hast, kannst du besonnen reagieren. Das hat unter anderem auch den Vorteil, dass du dir den Luxus erlauben kannst, dich selbst nicht aggressiv machen zu lassen. Mit ein bisschen Abstand kannst du sachlich und freundlich bleiben.

Probiere es aus. Immer und immer wieder. So wird dich so schnell keine Krise aus der Fassung bringen.

Segen für dich: Schutz und Schirm vor allem Bösen. Kraft und Hilfe zu allem Guten. Verleihe dir Gott der Allmächtige und Barmherzige, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.