Glitzer und digitaler Style

„Glitzer und digitaler Style“

Kirche ist unpopulär. Dieses Bild hält sich ziemlich hartnäckig in den Köpfen der Leute. Das finde ich ein bisschen unfair, weil das oft gar nicht stimmt. Also habe mich mit damit beschäftigt, wie man einen Narrativ entwickelt, der das Image von Kirche und Pastor*innen in einem positiven Licht beleuchtet. Man kann auch sagen, wie man kirchliche Inhalte „verkauft“. Bevor jetzt manche aufschreien: Das ist wichtig. Weil es dazu dient, das Evangelium und auch Kirche für Menschen attraktiv zu machen und es aus dem Klischee rauszuholen, das leider existiert. Ein Ziel für mich ist es, kirchliche Themen wieder relevant zu machen und ins Gespräch zu bringen. Wie mache ich das?

Hier ein paar Zutaten zum Rezept:

1. Sympathie und Begeisterung

Begeisterung ist ansteckend. Das fühlen Menschen emotional. Wenn ich so richtig begeistert bin von dem, was ich erzähle, springt der Funke über. Und: Es gibt nichts, was Menschen mehr öffnet als andere Menschen, die sie sympathisch finden. Wenn ich es schaffe, mit meiner Begeisterung auch noch Sympathieträger*in zu werden, dann öffnet das Türen für das, was ich zu sagen habe.

2. Was ist mein Ding?

Das heißt: Wenn ich das an den Menschen bringen will, was ich erzählen möchte, muss ich zuerst herausfinden, was meine Begeisterung ist.

Wofür brenne ich?

Was liebe ich?

Was macht mich aus?

Es kann ein Hobby sein, das ich habe: Skateboardfahren zum Beispiel. Wenn ich immer mit dem Skateboard unterwegs bin und am liebsten darüber rede, dann ist das mein Ding. Ich kann auch sagen: Das ist meine Marke. Das zeichnet mich aus. Und egal, ob das allgemein als cool gilt, was mich ausmacht: Es ist auf jeden Fall cool, weil es mein Ding ist. Die eigene Marke ist manchmal je cooler je uncooler. Es kann alles sein. Briefmarkensammeln, Kravattentragen usw.

Bei mir ist es: Ich liebe es, Glitzersachen zu tragen und mir die Haare schön zu machen. Das ist meine Marke und mein Erkennungszeichen geworden: Immer, wenn es um Carola geht, geht es um Glitzer und andersrum. Das hat einen Wiedererkennungswert und ist mittlerweile auch ein Running Gag in den sozialen Medien geworden. Mit diesen Accessoires erzähle ich meine Geschichte.

3. Storytelling

Was will ich erzählen? Wenn ich klar habe, was mein Ding ist, dann kann ich das einsetzen, um meine Geschichte zu erzählen.

Mein roter Faden ist, wie gesagt, die schöne Frisur, die stylischen Accessoires und das Glitzeroutfit. Damit kann ich erzählen, dass ich sonntags im Gottesdienst unter dem Talar top gestylt bin. Ich kann davon erzählen, wie die Damen und ich im Seniorenkreis Frisurentipps ausgetauscht haben, oder dass ich mir extra einen neuen Lippenstift für die Konfirmation gekauft habe.

Wichtig ist: Was will ich erzählen?

Meine Geschichte ist die von der Pastorin, die Spaß an ihrem Job hat, die in der Gemeinde wunderbaren Menschen mit interessanten Geschichten begegnet, die zutiefst auf Gott vertraut, auch wenn es chaotisch ist, und die das typische Gemeindeleben mit allem Menschlichen mit Humor nimmt. Mein Ziel damit ist, ein positives Bild von Kirche und Gemeinde zu vermitteln. Damit möchte ich natürlich auch die Türen für die Inhalte des Evangeliums öffnen: Dass Gott auch im Chaos da ist, dass er auch Fehler verzeiht und einen Blick hat für jeden Menschen mit all seinen Eigenarten.

4. Was ist deine Geschichte?

Bist du Mitglied im Jugendchor und möchtest davon erzählen, wie toll es ist, in so einem Chor zu singen?

Bist du Jugend-Teamer und willst Einblicke geben, wie cool Jugendarbeit sein kann?

Oder bist du eine Working Mom, die trotz allen Herausforderungen des Alltags mit Herz und Seele ihren Job als Pastorin macht?

Finde deine Geschichte. Und finde dein Ding, für das du brennst, mit der du sie erzählen kannst.

5. Bring Emotion ins Netz

Nichts geht mehr ins Herz als positive Emotion. Das setzt sich im Netz noch sehr viel mehr durch als Hass und Aggression. Also: Erzähl mit Begeisterung und Liebe, was du erzählen willst. Lass die Menschen an deiner Emotion teilhaben. Dann kommt es an, was du zu sagen hast. Egal wie: Dann hat deine Geschichte Glamour und Style.

6. Trau dich

Es ist immer ein kreativer Prozess und ein Weg bis man sich selbst erfunden hat. Wenn du Spaß an dem hast, was du tust, wenn du Lust hast, auszuprobieren und wenn du nicht versuchst, was nachzumachen, sondern einfach nur dein Ding machst, dann wird das glitzern, was du machst.