Fest der Liebe

Was für ein Bruch in der Realität! Der Alltag ist randvoll mit Nachrichten vom Virus. Die Zahl der Kranken und Toten steigt. Beschränkungen werden wieder eingeführt, die schon abgeschafft waren. Manchmal werden sie noch verschärft. Alles fühlt sich nach Endlosschleife, Rückschlag und Ohnmacht an. Dazu ist die Atmosphäre voll von Zoff rund um die Impfbereitschaft. Eigentlich füllt das den Alltag schon aus.

Und trotzdem gibt es sie: Die Sehnsucht nach Harmonie, nach Schönem, nach friedlichen und unbeschwerten Gefühlen für das Herz. Die Sehnsucht durchbricht die Angst, die Aggression und die Gefühle von „Ich will nicht mehr“ wie Lichtstrahlen die Dunkelheit.

Es passt eigentlich auch gerade gar nicht, aber es wird Weihnachten. Dieses Weihnachtsfest drängt sich jetzt in all das rein mit seiner Musik, seinen Gerüchen und mit diesen sentimentalen Stimmungen und Wünschen. Die vielen Sterne, der Glühwein, die Süßigkeiten … sie lenken die Gedanken weg von dem „Ich muss, ich darf nicht, eigentlich sollte es …“

Wann darfst du denn Sehnsüchte haben, wenn nicht jetzt? Wann darfst du dich auch einfach mal freuen, wenn nicht in dieser Zeit? Wann hat die Hoffnung, dass es gut wird, mehr Grund als zu Weihnachten?

Du hast diese Sehnsucht nicht allein. Sie verbindet uns alle. Wir sind alle Menschen.

Menschsein heißt für mich, dass ich meine Grenzen und Fehler habe. Dass ich nicht alle Weisheit habe und nicht alles kann. Ich bin angewiesen auf die Macht, die stärker ist als jeder Mensch. Es ist die Macht der Liebe.

Diese Liebe feiern wir zu Weihnachten.